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Warsteiner "Joy"

Joy - die Warsteiner Radler und Alkoholfrei Kampagne 2011/2012

project information

Ein goldener Bierstrom sprudelt in ein unsichtbares Glas, eine Warsteinerflasche fährt dynamisch auf die Kamera zu und wirbelt dabei Wasser auf - dieses Bild gilt als Inbegriff des erfolgreichen Bier-Commercials. Die wegweisenden Warsteiner Spots wurden vor Jahren bei Digital Domain in Los Angeles endgefertigt, die zuletzt mit ihrer Arbeit für den Blockbuster „Tron“ begeisterten. Nun sollten sie aktualisiert werden.
Kolle Rebbe entwickelte Add-ons zur neuen Warsteiner Radler und Alkoholfrei Kampagne 2011/2012 und beauftragte die Neue Sentimentalfilm Hamburg und nhb mit der Umsetzung. Ein sehr umfangreiches Projekt.

design approach

Die Idee von Warsteiner und Kolle Rebbe sah vor, die auf die Kamera zufahrende Flasche beizubehalten, aber auf eine sehr komplexe Weise „aufzufrischen“: durch eine 3 D Animation sollte eine Wasserwelle entstehen, die von der Flasche aufgeworfen wird und mit einer ebenfalls animierten Zitrone und Grapefruit interagiert. Konzentrierter 100% natürlicher Zitronen- und Grapefruitsaft ist als erfrischender Bestandteil in den neuen Radler-Produkten von Warsteiner enthalten. All diese Elemente, zusammen mit der zweiten Flasche Radler Grapefruit, sollten  nun auf den Punkt genau zusammenkommen.

digital execution

Flüssigkeits-Simulation

Die größte Herausforderung für unser 3D department war, das Zusammenspiel aller Elemente mit einer Wasserschicht auf dem Untergrund digital so zu erstellen, dass der Frischeaspekt der Kampagne optimal visualisiert wird. Regisseur Petr Hrdlčka, Head of 3D Wolfgang Emmrich und Visual Director Christian Reimann entwickelten ein Konzept für die Postproduktion, das sicherstellte, dass alle Elemente aus Dreh und 3D-Animation im finalen Compositing am Flame zusammenpassten. Die Warsteinerflaschen wurden in Prag mit einer Phantomkamera und dem "modula motion control rig" perfekt ausgeleuchtet und gedreht. Parallel zu den Dreharbeiten entwickelten die 3D artists mit Realflow die ersten Testreihen zur Erzeugung der Wasserwelle sowie die Interaktionen des Obstes mit dem Wasserspiegel auf dem Untergrund.

3D Wassergeometrien

Flüssigkeits-Simulation

„Wir wollten ja nicht irgendeine beliebige Welle erzeugen, sondern eine ganz spezielle Höhe, Spritzweite und Dynamik. Da in physikalischen Simulationen nicht genau gesteuert werden kann, was sich ergibt, mussten Faktoren wie der zurückgelegte Weg der Flasche sowie physikalische Größen wie Schwerkraft, Viskosität, Wind, Luftwiderstand, Anziehungs- und Abstoßungskräfte und die Größe des Wasserbeckens in vielen Testreihen so erarbeitet werden, dass das Verhalten von Wellen und Wasser zu jedem Zeitpunkt genau den gewünschten Effekt ergab.“ (W.Emmrich, head of 3D)
Das Ergebnis der Realflowsimulationen wurde für jedes Einzelbild des Spots in individuelle 3D-Wasser-Geometrien umgewandelt, von denen jede die Komplexität eines kompletten CAD-Modells eines Autos hatte. Dieser Vorgang war nötig, um die Möglichkeit zu haben, die Wassergeometrien in Softimage noch verzerren und anpassen zu können, was mit dem Realflow Renderkit nicht möglich gewesen wäre.“

3D Senioranimator Florian Breg lud dann diese Wasser 3D-Geometrien in die Software Softimage ein, beleuchtete sie und gab ihnen die spezifischen Materialeigenschaften, so dass schließlich über 25 einzelne Layer entstanden, die fürs Compositing benötigt wurden. In Nuke erstellte der Operator Vorabversionen des Compositings, um das Zusammenspiel aller Elemente zu sehen und mit dem Kunden abzustimmen.

tough timing

Digitales Wasser im 3D Programm

Täglich wurden neue Komplettversionen des Spots erarbeitet, insgesamt wurden ca. 30 000 Einzelbilder gerendert, außerdem ca. 35 verschiedene komplette Realflow-Simulationen – also ca. 9100 einzelne Wellengeometrien. Das Produktionstiming konnte nur dadurch eingehalten werden, dass die 3D Abteilung auf die nhb Renderfarm mit 1 Terahertz Rechenleistung zugreifen konnte. Auch das Obst wurde per 3D Animation erstellt und bekam den gewünschten grafischen Look. Mit Softimage ICE wurden noch zusätzliche Wasserelemente wie Spritzer von den sich teilenden Früchten erstellt, ebenso wie von Wasser, das vom rollenden Obst hochgerissen wird, und Spray von der Wasserwelle sowie die Tautropfen auf den Schnittflächen der Früchte.

finish

Der perfekte Look der in Prag gedrehten Flaschen wurde in der colourgrading suite bei nhb noch einmal veredelt und am Smoke so vorbereitet, dass alles passend in die 3D-Animation eingebaut werden konnte. Alle Layer aus der 3D Animation und dem Filmdreh wurden schließlich am flame zusammengesetzt und so der finale Warsteiner - Look kreiert.

Compositing Frame

related projects


credits

nhb: postproduction/3D/compositing/colourgrading, soundmix

visual director: Christian Reimann
head of 3D: Wolfgang Emmrich
3D/nuke: Florian Breg
flame: Lene Hönigschmid
colourgrading: Mike Friedland

agentur: Kolle Rebbe
filmproduktion: Neue Sentimentalfilm Hamburg
regie: Petr Hrdlčka

 

Warsteiner "Joy" making of